Leibniz-Verbund Biodiversität

© M. Premke-Kraus

Biologische Sammlungen

Wissenschaftliche Sammlungen sind eine unverzichtbare Forschungsinfrastruktur zur Erforschung der biologischen Vielfalt (vgl. auch Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu den wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen).


Sammlungen der Forschungsmuseen

Die objekt- und sammlungsbezogene Forschung ermöglicht erst die taxonomisch-systematische Erforschung der biologischen Vielfalt und die Beantwortung vieler Forschungsfragen, die sich mit der Phylogenie, Evolution, Ökologie, Verbreitung sowie zeitlich-räumlicher Dynamik des Lebens befassen.

Unter biologischen Sammlungen werden wissenschaftliche Sammlungen von Faunen und Florengruppen verstanden, die in verschiedener Weise konserviert und archiviert werden können.

Die drei Forschungsmuseen im LVB (SGN, MfN, ZFMK) beherbergen alleine über 70 Millionen biologischer Sammlungsobjekte. Darunter werden fossile und rezente Sammlungsobjekte verstanden. Die oft jahrhundertealten rezenten Objekte werden in speziellen Nass- und Trockensammlungen konserviert und archiviert. Für die fachgerechte wissenschaftliche Betreuung und Dokumentation sind die die Kustodinnen bzw. Kustoden verantwortlich, eine eigene Berufsgruppe an Museen. Oft forschen sie auch selbst noch an bestimmten Tier- oder Pflanzengruppen und entwickeln oder veröffentlichen sammlungsrelevante Publikationen. mehr


Mikrobiologische Sammlungen

Die DSMZ ist eines der größten Bioressourcenzentren weltweit. Die Sammlung ist in ihrer Vielfalt einmalig und umfasst derzeit über 40.000 Kulturen, einschließlich über 20.000 verschiedene Bakterien und Pilz-Stämme, 700 menschliche und tierische Zelllinien, 800 Pflanzenzelllinien, 1.000 Pflanzen-Viren und Antiseren und 4.800 verschiedene Typen genomischer Bakterien-DNA. mehr


Sammlungen von Kulturpflanzen

Mit einem Gesamtbestand von 151.002 Mustern aus 3.212 Arten und 776 Gattungen zählt die Genbank von Kulturpflanzen des IPK zu den weltweit größten Einrichtungen ihrer Art. mehr


Weitere Sammlungen

Das ZFMK baut gemeinsam mit weiteren Partnern federführend eine molekulargenetische Sammlung im Rahmen des GBOL-Projektes auf. Ziel ist es, für die meisten wildlebenden in Deutschland vorkommenden Arten sogenannte DNA-Barcodes (genetischer Fingerabdruck) zu erfassen und diese in der „DNA Barcode Bibliothek des Lebens“ öffentlich zugänglich zu machen.

Das Senckenberg Forschungsstation Weimar, verfügt über die wohl vielfältigste Sammlung zur Quartärpaläontologie in Europa und zu nicht-fossilisierten rezente paläobotanischen Sammlungen aus Permafrostabfolgen der Arktis. Das Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg (SDEI) in Brandenburg wurde bereits 1886 als "Nationalmuseum" mit systematisch-taxonomischem Schwerpunkt“ gegründet und beherbergt heute ca. 3 Millionen Exemplare von 250.000 Arten umfasst. Schließlich gehören auch unzählige kleine Sammlungen von Einzelforschern dazu, die an den Instituten der Verbundpartner beherbergt sind.

Das IZW unterhält fünf wissenschaftliche Sammlungen von internationalem Rang, die eine unerlässliche Ressource für Vergleichsstudien bilden und die verschiedenen Dienstleistungsangebote des Instituts als Referenzzentrum für Wildtierbiologie und Tiermedizin unterstützen. Zu den Sammlungen des IZW gehören eine pathologisch-anatomische Referenzsammlung von Zoo- und Wildtieren, eine morphologische Sammlung, Archive mit Ultraschall- und Computertomographiebildern sowie -videos und eine DNA-Gewebebank mit dem Namen „Arche“.