Leibniz-Verbund Biodiversität

© Andreas Maerz

Hintergrund

Biodiversität umfasst neben der genetischen Vielfalt innerhalb von Populationen und Arten, der Artenvielfalt und der Vielfalt von Ökosystemen auch die komplexen funktionellen Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen den Ebenen.

Die biologische Vielfalt hat einen hohen intrinsischen Wert und bildet die Grundlage für das menschliche Wohlergehen: in Form von sogenannten Ökosystemleistungen stabilisiert die Vielfalt des Lebens das Klima und die Verfügbarkeit von sauberem Wasser, Nahrungsmitteln und Rohstoffen. Nicht zuletzt ist die biologische Vielfalt für den Menschen auch von hoher ethischer, kultureller und ästhetischer Bedeutung.

Die Biodiversität ist jedoch bedroht. Das immense Bevölkerungswachstum, die Globalisierung der Wirtschaftssysteme und andere sozioökonomische Entwicklungen sind Hauptverursacher für den Klimawandel und für die Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen. Anthropogene Einflüsse bedingen das größte globale Aussterbeereignis seit 60 Millionen Jahren und wirken sich nachteilig auf Wasserkreisläufe, die Landwirtschaft, die menschliche Gesundheit und die Häufigkeit von Extremwetterereignissen aus.

Eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen besteht darin, den globalen Biodiversitätsverlust zu verlangsamen, zu stoppen oder auch umzukehren. Es wird jedoch zunehmend deutlich, dass in vielen Fällen keine ausreichende Wissensbasis für gesellschaftliche und politische Entscheidungen zur Verfügung steht.

Die Leibniz-Gemeinschaft begreift Biodiversitätsforschung daher als nationale Aufgabe in einem internationalen Kontext. Die 20 Leibniz-Institute mit profilbildenden Forschungsschwerpunkten auf der biologischen Vielfalt leisten substantielle Beiträge zu ihrer Erforschung und zur Erfassung ihrer ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung. Ein Alleinstellungsmerkmal stellen die naturwissenschaftlichen Forschungsmuseen dar, deren biologische Sammlungen insgesamt über 70 Millionen Sammlungsobjekte beherbergen.